Wärmeschutznachweis und Energieausweis
Wärmeschutznachweis und Energieausweis werden im Alltag fast täglich vertauscht, von Bauherren, Maklern und sogar von Notaren. Beide enthalten Energiekennwerte, beide stützen sich auf die DIN V 18599, beide kosten Geld. Trotzdem sind sie nicht austauschbar. Wir trennen die Dokumente, klären die Pflichten, zeigen die Energieklassen von A+ bis H und erklären, wann eine Aufnahme reicht, um beide Papiere abzuleiten. Etwa zwölf Minuten Lesezeit.
Was unterscheidet Wärmeschutznachweis und Energieausweis?
Der Wärmeschutznachweis ist die Berechnung im Bauantrag und bestätigt der Bauaufsicht die Einhaltung der Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG), bis 28.07.2026 Gebäudeenergiegesetz (GEG); der Energieausweis informiert Käufer und Mieter über die Energieeffizienz, ist bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung Pflicht und gilt zehn Jahre. Beide Dokumente fußen auf derselben Norm, zielen aber auf unterschiedliche Leser, deshalb vermeidet teure Doppelaufträge, wer den Unterschied einmal verstanden hat.
Wärmeschutznachweis
Adressat ist die Bauaufsicht. Ziel ist die Bestätigung, dass das Vorhaben die GModG Anforderungen einhält. Der Nachweis ist Bauvorlage und steht am Anfang der Baugeschichte eines Gebäudes, sei es beim Neubau oder bei größeren Sanierungen im Bestand.
Energieausweis
Adressat sind Käufer und Mieter. Ziel ist Information über Energieeffizienz und Energiekosten. Der Ausweis ist Pflicht bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung, ab 01.01.2027 auch bei der Verlängerung eines Miet oder Pachtvertrags. Er hat eine Gültigkeit von zehn Jahren.
Reihenfolge in der Praxis
Im Neubau steht der Wärmeschutznachweis am Anfang als Anlage zum Bauantrag. Aus seinen Daten leitet sich der Energieausweis bei Bezug ab. Im Bestand ist es oft umgekehrt, der Energieausweis macht den Anfang, eine Sanierung führt später zum Wärmeschutznachweis.
Inhalte im Vergleich
Was beide Dokumente konkret trennt, zeigt der direkte Vergleich. Eine Tabelle, die Sie ausdrucken und neben Ihren Bauantrag legen können.
| Merkmal | Wärmeschutznachweis | Energieausweis |
|---|---|---|
| Zweck | Bauantrag und Förderung | Information bei Verkauf und Vermietung |
| Adressat | Bauamt, KfW, Bauleitung | Käufer, Mieter, Pächter |
| Pflichtanlass | Neubau, Anbau, Sanierung über 10 Prozent | Verkauf, Vermietung, Verpachtung |
| Berechnungsgrundlage | DIN V 18599 mit Anlagentechnik, für Anträge ab 2027 DIN/TS 18599 | DIN V 18599 bzw. DIN/TS 18599 oder Verbrauchsdaten |
| Inhalte | Bauteilkatalog, Bilanz, Wärmebrücken, sommerlicher Schutz | Bedarfs oder Verbrauchskennwerte, Empfehlungen |
| Gültigkeit | für das eingereichte Vorhaben | 10 Jahre ab Ausstellung |
| Aussteller | nach Landesrecht nachweisberechtigt | nach § 88 GModG berechtigt |
| Layout | frei nach Software | amtlich vorgeschrieben |
| Kosten typisch | ab 250 € | ab 50 € |
Wann brauchen Sie welches Dokument?
Sechs Konstellationen, die in unserer Beratungspraxis am häufigsten auftauchen. Wer sich wiederfindet, kennt seinen Bedarf in zwei Minuten.
Neubau Bauantrag
Wärmeschutznachweis pflicht. Energieausweis bei Bezug oder Verkauf.
Sanierung mit Bauantrag
Wärmeschutznachweis pflicht. Energieausweis empfohlen für Verkauf danach.
Bestand Verkauf ohne Sanierung
Energieausweis pflicht. Wärmeschutznachweis nicht nötig.
Heizungstausch
Wärmeschutznachweis bei Bauantragspflicht. Energieausweis fortführen oder erneuern.
Anbau über 50 m²
Wärmeschutznachweis pflicht. Energieausweis nach Inbetriebnahme.
KfW Förderantrag
Wärmeschutznachweis pflicht. KfW Bestätigung baut darauf auf.
Pflichten und Anzeigentexte
Der Wärmeschutznachweis bleibt im Aktenordner, der Energieausweis geht in die Öffentlichkeit. Sobald eine Wohnung inseriert oder ein Haus verkauft wird, müssen Kennwerte aus dem Ausweis schon in der Anzeige stehen. Vergisst man das, kassiert man unter Umständen ein Bußgeld nach § 108 GModG.
Was bei Verkauf und Vermietung in die Annonce gehört
Sobald ein Inserat in einem kommerziellen Medium erscheint, sei es Onlineportal, Tageszeitung oder Aushang, verlangt das GModG nach § 87 bei Ausweisen, die vor dem 01.01.2027 ausgestellt wurden, fünf Pflichtangaben aus dem Energieausweis: die Art des Ausweises (Bedarf oder Verbrauch), das Baujahr des Gebäudes, den Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchswert in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, den wesentlichen Energieträger der Heizung sowie die Energieeffizienzklasse, sofern der Ausweis eine ausweist. Hinzu kommen Pflichtangaben zur Wohnfläche, hier hilft eine prüfsichere Wohnflächenberechnung nach WoFlV.
Bei Wohngebäuden gilt die Pflicht ab Ausweisen, die seit Mai 2014 ausgestellt sind, weil davor noch keine Energieeffizienzklassen vergeben wurden. Bei Nichtwohngebäuden mit Ausweis von vor 2027 entfällt die Klasse, die Endenergiewerte für Wärme und Strom werden getrennt angegeben. Für Ausweise ab 01.01.2027 gilt die neue Liste mit Primärenergiebedarf und Ausstellungsdatum (siehe unten).
Übergabe an Käufer und Mieter
Spätestens bei der Besichtigung legt der Verkäufer oder Vermieter den Ausweis unaufgefordert vor. Nach Vertragsschluss wird das Original oder eine vollständige Kopie übergeben. Beides ist verpflichtend, ein Verweis auf eine Online Plattform reicht nicht. Wer ohne Ausweis verkauft, riskiert ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro nach § 108 GModG.
Was sich am Energieausweis ab dem 1. Januar 2027 ändert
Mit Artikel 2 des Änderungsgesetzes (BGBl. 2026 I Nr. 226) gelten ab dem 01.01.2027 neue Regeln für Energieausweise, die ab diesem Tag ausgestellt werden:
- Die Ausweise heißen "Energieausweis auf der Grundlage einer energetischen Bilanzierung" (§ 81, bisher Bedarfsausweis) und "Energieausweis auf der Grundlage des erfassten Endenergieverbrauchs" (§ 82, bisher Verbrauchsausweis).
- Der Ausweis wird digital in einem maschinenlesbaren Format ausgestellt, auf Verlangen auch auf Papier (§ 79 Abs. 2).
- Die Gültigkeit bleibt bei zehn Jahren. Ausweise, die vor 2027 ausgestellt wurden, bleiben gültig.
- Vorzulegen ist der Ausweis zusätzlich bei der Verlängerung eines Miet, Pacht oder Leasingvertrags.
- In Immobilienanzeigen stehen bei neuen Ausweisen die Ausweisart, das Ausstellungsdatum, der Jahres Primärenergiebedarf in kWh/(m²a), die Effizienzklasse, das Baujahr und der Energieträger (§ 87). Für Ausweise von vor 2027 gilt weiter die bisherige Liste mit dem Endenergiewert (§ 112 Abs. 3).
- Der Ausweis nennt unter anderem Primär und Endenergie in kWh/(m²a), den Anteil erneuerbarer Energien vor Ort und die Treibhausgasemissionen in kg CO2 Äquivalent je m² und Jahr.
- Für die Datenaufnahme ist eine Begehung vor Ort oder die Bereitstellung geeigneter Bildaufnahmen des Gebäudes vorgesehen (§ 83).
- Die Pflicht zum Bedarfsausweis für kleine Wohngebäude mit Bauantrag vor dem 01.11.1977 entfällt. Für Nichtwohngebäude ist dann ein Ausweis auf Grundlage einer energetischen Bilanzierung vorgeschrieben, Verbrauchsausweise gibt es nur noch für Gebäude, die ausschließlich Wohnzwecken dienen.
- Das Beratungsgespräch für Käufer eines Ein oder Zweifamilienhauses nach § 80 Abs. 4 entfällt.
- Die bisherige Ausnahme für Baudenkmäler beim Energieausweis entfällt (§ 79 Abs. 4).
Aushangpflicht in öffentlichen Gebäuden
Behördengebäude, Schulen, Krankenhäuser, Bürgerämter und ähnliche Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr müssen bis 31.12.2026 einen Energieausweis sichtbar aushängen, bei Behörden ab 250 Quadratmeter Nutzfläche, bei sonstigen Gebäuden ab 500 Quadratmeter, wenn ein Ausweis vorliegt. Ab 01.01.2027 entfallen die Flächenschwellen: Behördengebäude der öffentlichen Hand brauchen einen Ausweis und hängen ihn bei starkem Publikumsverkehr aus, sonstige Nichtwohngebäude mit starkem Publikumsverkehr hängen ihn aus, wenn einer vorliegt. Neue Ausweise für Nichtwohngebäude beruhen ab dann auf einer energetischen Bilanzierung.
Was beim Wärmeschutznachweis öffentlich wird
Der Wärmeschutznachweis liegt nur dem Bauamt vor und ist nicht Teil eines Inserats. Er wird Teil der Bauakte und kann später vom Eigentümer oder einem Käufer eingesehen werden. Bei Förderanträgen geht eine Kopie an die KfW oder BAFA, die jeweils eigene Prüfraster anwenden.
Synergien nutzen
Wer beide Dokumente bei demselben Aussteller bestellt, spart spürbar. Drei Punkte machen den Unterschied im Honorar. Im selben Beratungspaket lässt sich oft direkt die Heizungsoptimierung als Folgemaßnahme nach BAFA mitplanen, weil die Datengrundlage aus dem Nachweis bereits steht.
Einmal aufnehmen
Bauteile, Geometrie und Anlagentechnik werden einmal erfasst und für beide Dokumente genutzt. Schichtaufbau und U Werte liegen damit als Datensatz vor.
Ein System
Eine Software liefert beide Dokumente auf Knopfdruck.
30 bis 60 Prozent günstiger
Kombi Pakete sind deutlich preiswerter als zwei einzelne Aufträge.
Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis, was gilt wann?
Der Bedarfsausweis wird wie der Wärmeschutznachweis aus Hülle, Anlagentechnik und Klimadaten berechnet und ist bei Neubauten Pflicht, bis 31.12.2026 auch bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, Bauantrag vor dem 01.11.1977 und ohne Sanierung auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung 1977; der Verbrauchsausweis stützt sich bis Ende 2026 auf drei Jahre Heizverbrauch. Ab 01.01.2027 entfällt die Regel für Häuser vor 1977, Nichtwohngebäude brauchen dann einen Ausweis auf Grundlage einer energetischen Bilanzierung und Verbrauchsausweise gibt es nur noch für reine Wohngebäude.
Bedarfsausweis
Berechnet wie der Wärmeschutznachweis. Berücksichtigt Hülle, Anlagentechnik und Klima. Liefert objektive Werte unabhängig vom Nutzerverhalten. Pflicht bei Neubauten, bis 31.12.2026 auch bei kleinen, energetisch unsanierten Wohngebäuden mit Bauantrag vor dem 01.11.1977, ab 01.01.2027 bei Nichtwohngebäuden.
Verbrauchsausweis
Basiert bis 31.12.2026 auf den letzten drei Jahren Verbrauch der Heizung, ab 01.01.2027 auf einem Zeitraum von zwei Jahren mit Daten, die nicht älter als 18 Monate sind. Beeinflusst durch Nutzerverhalten und Heizverhalten. Bis 31.12.2026 bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen und Bauantrag vor dem 01.11.1977 nur zulässig, wenn das Niveau der Wärmeschutzverordnung 1977 erreicht ist. Ab 01.01.2027 nur für Gebäude, die ausschließlich Wohnzwecken dienen.
Energieklassen im Detail
Die Energieeffizienzklassen von A+ bis H ordnen Gebäude nach Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr ein; ein Neubau auf gesetzlichem Mindestniveau erreicht regelmäßig Klasse B, Effizienzhaus 55 Klasse A, Effizienzhaus 40 Plus Klasse A+, während unsanierte Altbauten oft in Klasse F bis H liegen. Käufer und Mieter sehen daran auf einen Klick, ob die Heizkosten überschaubar bleiben, im Wärmeschutznachweis fehlen die Klassen, dort zählen absolute Werte und der Vergleich zum Referenzgebäude.
| Klasse | Endenergie kWh/m²a | Typische Gebäude |
|---|---|---|
| A+ | bis 30 | Passivhaus, Effizienzhaus 40 Plus |
| A | 30 bis 50 | Effizienzhaus 55, sehr gut sanierter Bestand |
| B | 50 bis 75 | Effizienzhaus 70, Neubau auf gesetzlichem Mindestniveau |
| C | 75 bis 100 | EnEV 2009 Neubau, gut sanierter Bestand |
| D | 100 bis 130 | WSchVO 95 Bestand, Teilsanierung |
| E | 130 bis 160 | Bestand der 1990er, Fenster und Dach getauscht |
| F | 160 bis 200 | Bestand der 1980er, einzelne Maßnahmen |
| G | 200 bis 250 | Unsanierter Bestand vor 1978 |
| H | über 250 | Unsanierter Altbau, Einzelfälle |
Werte sind die in Anlage 10 GModG festgelegten Schwellen für Wohngebäude. Sie bleiben ab 01.01.2027 unverändert, bezogen werden sie dann auf die Nutzfläche nach DIN 277. Nichtwohngebäude erhalten ab 01.01.2027 erstmals Klassen von A bis G nach Anlage 10a, gebildet aus dem Verhältnis des Primärenergiebedarfs zum Referenzgebäude. Klasse A ist Nullemissionsgebäuden vorbehalten.
Wer bewertet, wie eingestuft wird
Beim Bedarfsausweis ergibt sich die Klasse aus der Bilanzrechnung nach DIN V 18599 und ist objektiv. Beim Verbrauchsausweis fließen bis Ende 2026 drei Heizperioden ein, ab 2027 zwei Jahre, ergänzt um eine klimatische Bereinigung. Wer in einem milden Winter zog, wird auf einen langjährigen Schnitt hochgerechnet, damit Vergleichbarkeit entsteht.
Modernisierungsempfehlungen
Jeder Energieausweis enthält Empfehlungen zur energetischen Sanierung. Diese Liste ist unverbindlich, aber für einen iSFP Bonus relevant. Wer die Maßnahmen umsetzen will, beauftragt im Anschluss einen individuellen Sanierungsfahrplan. Bei der BAFA Förderung der Gebäudehülle steigt damit der Höchstbetrag für die erste Wohneinheit von 30.000 € auf 60.000 €, und auf den Teil der Ausgaben oberhalb von 30.000 € gibt es einen iSFP Bonus von 5 Prozentpunkten (Stand 26.10.2026). Ab 01.01.2027 nennen die Empfehlungen zusätzlich die Treibhausgasminderung, die Raumklimaqualität, die Prüfung niedrigerer Systemtemperaturen und die Restlebensdauer der Heizung; bei Klasse A entfallen sie. Bei vermieteten Bestandsobjekten lohnt parallel ein Restnutzungsdauer-Gutachten, das die AfA spürbar anhebt.
Aussteller und Berechtigung
Wer beide Dokumente unterschreiben darf, regelt für den Energieausweis § 88 GModG, für den Wärmeschutznachweis das Landesrecht. Die Liste der Berufsgruppen ist überschaubar, die Anforderungen unterscheiden sich je nach Anlass nur in Nuancen. Wichtig vor jeder Auftragsvergabe: die aktuelle Eintragung in der dena Expertenliste oder bei der zuständigen Kammer prüfen.
Architektinnen und Architekten
Bauvorlageberechtigung in der zuständigen Architektenkammer reicht. Erweiterte Fortbildung im Energierecht ist üblich, aber nicht Pflicht.
Bauingenieurinnen und Bauingenieure
Eingetragene Mitglieder der Ingenieurkammer mit Schwerpunkt Bauphysik oder Energieberatung. Die meisten Wärmeschutznachweise im Hochbau stammen aus dieser Gruppe.
Energieberaterinnen und Energieberater HWK
Handwerksmeister mit Zusatzqualifikation Gebäudeenergieberatung. Stark im Bestand, weil Sanierung und Anlagentechnik kombiniert betrachtet werden.
Innenarchitektinnen und Innenarchitekten
Bauvorlageberechtigung in der jeweiligen Kammer mit Eintragung. Der Anwendungsbereich ist enger als bei Architekten.
Eingetragene Energieeffizienz Experten
Personen aus der dena Liste mit Schwerpunkt Wohngebäude oder Nichtwohngebäude. Pflicht für KfW Förderzusagen, weil die Bestätigung zum Antrag nur diese Gruppe ausstellen darf.
Handwerksmeister mit Zusatzqualifikation
Schornsteinfegerinnen, Heizungsbauer oder Maler mit ergänzender Schulung dürfen oft den Verbrauchsausweis ausstellen, in der Praxis seltener den vollen Wärmeschutznachweis.
Wer darf welches Dokument ausstellen?
Den Wärmeschutznachweis im Bauantrag unterzeichnet, wer nach dem Bauordnungsrecht des Landes dafür berechtigt ist. Für Energieausweise regelt § 88 GModG die Berechtigung. Seit dem 29.07.2026 gehören nach § 88 Abs. 1 Nr. 5 auch Personen dazu, die nach Landesrecht die Erfüllungserklärung nach § 92 ausstellen dürfen. Zwischen Verbrauchs und Bedarfsausweis unterscheidet § 88 nicht; wer nur eine auf Wohngebäude beschränkte Schulung hat, darf nur Ausweise für Wohngebäude ausstellen (§ 88 Abs. 3). Wer einen Aussteller beauftragt, sollte vorher die Eintragung in der dena Expertenliste oder bei der zuständigen Kammer prüfen. Im Streitfall ist die Eintragung der einzig belastbare Nachweis.
Sanierung plus Energieausweis vor Verkauf
Reihenhaus in Bonn aus 1985, 134 Quadratmeter Wohnfläche. Sanierung mit 14 cm Außenwanddämmung, neuem Dach inklusive Aufsparrendämmung, Fensteraustausch und Wärmepumpe Luft Wasser. Der Wärmeschutznachweis dokumentiert die Maßnahmen als BEG WG mit EH 70 Sanierung.
Nach Abschluss steht ein Verkauf an. Der Bedarfsausweis entsteht aus den Eingaben des Wärmeschutznachweises, ohne erneute Datenaufnahme. Kombi Honorar 539 €, einzeln wären 760 € fällig. Für die Verkaufsmappe holt sich eine Eigentümerin in der Regel zusätzlich einen lokalen Makler für den Verkauf in Köln und Umgebung, der Käufer wiederum braucht oft eine steuerliche Kaufpreisaufteilung.
Eckdaten Kombi
- Wohnfläche
- 134 m²
- Baujahr
- 1985
- Wärmeschutznachweis
- 449 €
- Energieausweis solo
- 310 €
- Kombi Festpreis
- 539 €
- Ersparnis
- 220 €
- Lieferung
- 5 Tage
- Förderung
- EH 70, Antrag vor 21.07.2026
Stolperfallen Vergleich
- Energieausweis statt Wärmeschutznachweis. Bauamt akzeptiert keinen Energieausweis als Bauantragsanlage.
- Verbrauchsausweis im Neubau. Nicht zulässig, hier ist immer ein Bedarfsausweis nötig.
- Doppelte Beauftragung. Bei zwei Ausstellern wird Datenaufnahme zweimal bezahlt.
- Veralteter Energieausweis. Älter als 10 Jahre nicht mehr gültig, vor Verkauf prüfen.
- Aussteller Berechtigung fehlt. Beim Energieausweis Pflicht, Berechtigung nach § 88 GModG.
- Pflichtangaben in Anzeige fehlen. Bei Vermietung müssen Kennwerte bereits in der Annonce stehen.
Vertiefende Themen
Nachweis im Bauantrag
Was als Bauvorlage dazu gehört.
Wärmeschutz im Neubau
Referenzgebäude und Effizienzhaus.
Sanierung Bestandsgebäude
Wann der Nachweis bei Sanierung Pflicht wird.
U Werte Bauteile
Schichten und Lambda Werte.
Energieausweis online
Bei Verkauf oder Vermietung sinnvoll.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Wärmeschutznachweis und Energieausweis?
Der Wärmeschutznachweis ist die Berechnung im Bauantrag und bestätigt die Anforderungen des GModG (früher GEG). Der Energieausweis ist das Dokument für Verkauf, Vermietung und Information mit zehn Jahren Gültigkeit.
Brauche ich beide Dokumente?
Im Neubau ja. Der Wärmeschutznachweis kommt mit dem Bauantrag, der Energieausweis bei Übergabe oder Vermietung. Im Bestand braucht man oft nur einen Energieausweis.
Kann der Wärmeschutznachweis als Energieausweis dienen?
Nein. Daten lassen sich übernehmen, aber das Dokument selbst ist anders strukturiert. Der Energieausweis hat ein vorgeschriebenes Layout.
Was kostet die Kombi?
Wer beide Dokumente bei einem Aussteller bestellt, spart 30 bis 60 Prozent Honorar gegenüber zwei einzelnen Aufträgen. Online Festpreise starten bei 199 € für die Kombi.
Welcher Energieausweis nach Wärmeschutznachweis?
Im Neubau wird ein Bedarfsausweis erstellt, weil die Bilanz aus dem Wärmeschutznachweis vorhanden ist. Im Bestand kann auch ein Verbrauchsausweis ausreichen. Ab 01.01.2027 gibt es Verbrauchsausweise nur noch für Gebäude, die ausschließlich Wohnzwecken dienen.
Was passiert, wenn der Energieausweis bei Verkauf fehlt?
Es droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro nach § 108 GModG. Bereits in der Anzeige müssen Energiekennwerte, Baujahr, Energieträger und Effizienzklasse stehen. Bei Ausweisen ab 01.01.2027 sind zusätzlich das Ausstellungsdatum und der Primärenergiebedarf anzugeben. Bei der Besichtigung legen Verkäufer und Vermieter den Ausweis unaufgefordert vor.
Welche Energieklasse hat ein typischer Neubau?
Ein Neubau auf gesetzlichem Mindestniveau erreicht regelmäßig Klasse B mit 50 bis 75 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Effizienzhaus 55 liegt in Klasse A, Effizienzhaus 40 Plus in Klasse A+. Unsanierte Altbauten landen oft in Klasse F bis H.
Kombi Festpreis ab 199 €
Wärmeschutznachweis plus Energieausweis aus einer Hand. Schnellcheck starten und beide Dokumente in 48 Stunden bekommen.
Burak Uzun
Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln
Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zum Wärmeschutznachweis, GModG (früher GEG), KfW-Effizienzhausstufen und U-Wert-Berechnung nach DIN EN ISO 6946.
Methodik
Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung
Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung
- GModG Gebäudemodernisierungsgesetz (bis 28.07.2026 GEG)
- DIN V 18599 und DIN/TS 18599: 2025-10 Energiebedarf Gebäude
- BGBl. 2026 I Nr. 226 (Änderungsgesetz vom 23.07.2026)
- DIN EN ISO 6946 U-Wert-Berechnung
- BEG WG, BEG EM, KfW-Förderkonditionen
- BAFA-Liste Energieeffizienz-Experten
Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 26. Oktober 2026. Frühere Stände sind über das Impressum nachfragbar.
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